OPERATIVE

THERAPIEN

Schonende Eingriffe, gezielte Rehabilitation. Wir versichern Ihnen: Wenn bei Ihrer Erkrankung eine Operation notwendig sein sollte, werden wir diesen Eingriff so schonend wie möglich vornehmen.

Wirbelsäule

Die allermeisten Bandscheibenvorfälle werden konservativ, also ohne Operation behandelt. Wird eine Operation erforderlich, durch starke Schmerzen und/oder Lähmungen wird in der Regel nur der Bandscheibenvorfall minimalinvasiv, auch endoskopisch entfernt.

Unser vorrangiges Ziel ist der Erhalt der natürlichen Strukturen, also Ihrer Bandscheibe! In manchen Fällen muss die Bandscheibe ersetzt werden, bei jüngeren Menschen durch eine Bandscheibenprothese, bei einem chronischen Bandscheibenvorfall kann auch ein fester Abstandshalter (Cage) erforderlich werden.

Häufig kommt es im Rahmen der schmerzhaften Wirbelsäulenerkrankungen zu einer Einengung (Stenose) der Nervenwurzeln (Foramenstenose) oder des Rückenmarksackes, in welchem die Nervenwurzeln verlaufen (Spinalkanalstenose).

Ihre Schmerzen sind dann häufig unter Belastung vermehrt, konkret treten diese im Stehen und Gehen verstärkt auf und zwingen immer häufiger zum langsamer gehen oder gar zum Stehen bleiben (Schaufensterkrankheit).

Die gängige Therapie besteht in bewährten Maßnahmen wie Schmerztabletten, Krankengymnastik und Bewegung.

Ist die Stenose zu weit fortgeschritten, zwingen die Schmerzen einen immer mehr zur Einschränkung der Gehstrecke, bis man in Extremfällen kaum noch aus dem Haus gehen kann. Manchmal fallen sogar einzelne Nerven aus. Dann ist eine operative Entlastung angezeigt. Auch diese erfolgt bevorzugt minimalinvasiv.

In Einzelfällen kann jedoch auch eine offene Entlastung und Stabilisierung erforderlich werden.

Zum Wirbelgleiten kommt es in der Regel durch den Verschleiss der Bandscheibe zwischen den Lendenwirbeln, bevorzugt zwischen dem 4. und 5. (L4/5) bzw. zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem ersten Kreuzbeinwirbel (L5/S1). Andere Ursachen sind angeborene Fehlbildungen der stabilisierenden Gelenke und Knochen.

Das Wirbelgleiten kann lange unerkannt bleiben. Sind jedoch die Schmerzen mit konservativen Mitteln nicht mehr beherrschbar oder treten Lähmungen auf, kann eine operative Stabilisierung Linderung bringen.

Zur Stabilisierung der Wirbel bestehen zwei Behandlungsmöglichkeiten: bei nur geringem Wirbelgleiten (oder auch bei so genannten erosiven Osteochondrosen) bieten sich minimalinvasive Verfahren an, welche von hinten oder von vorne durchgeführt werden können.

In fortgeschrittenen Fällen muss häufig eine offene operative Stabilisierung durchgeführt werden. Hierbei kommen die modernsten Systeme zum Einsatz, um nach Möglichkeit die Wirbel wieder in die korrekte Position zu bringen (Reposition) und zu stabilisieren (Fusion, Spondylodese). Für Sie bieten wir nach sorgfältiger Analyse individuell die beste Strategie an, dabei kann von vorne oder hinten oder kombiniert vorgegangen werden.

Wenn Krankengymnastik und Schmerztherapie nicht helfen, die Schmerzen zu lindern, ist es notwendig den Bruch durch eine Operation zu stabilisieren. Heute stehen auch hierbei minimal invasive, schonende Verfahren zur Verfügung, bei denen wir nur kleinste Hautschnitte vornehmen müssen.

Folgende zwei Eingriffe sind möglich:

Vertebroplastie: Einbringung von Zement in den Wirbelkörper

Kyphoplastie: vor der Zementeinbringung richten wir den Wirbelkörper mittels eines Ballons oder anderer Verfahren auf. Auf diese Weise ist eine gewisse Korrektur der Fehlstellung möglich.

Beide Verfahren sind sehr risikoarm, einen Effekt können Sie häufig bereits wenige Stunden nach der Operation spüren.

Bei einigen Wirbelsäulenerkrankungen können Versteifungsoperationen notwendig werden. So etwa, wenn die Wirbelsäule an der Stelle instabil ist, sei es durch einen Bruch, oder häufiger, durch einen Bandscheibenverschleiß. Weitere Gründe können schwerste Verengungen (Spinalkanalstenose) oder Verkrümmungen (Skoliose, Kyphose) sein.

In solchen Fällen werden zwei oder mehrere Wirbelkörper mithilfe eines Schrauben-Stab-Systems miteinander verbunden. Diese Operationstechniken führen wir häufig minimalinvasiv, also durch kleine Hautschnitte durch. Dabei verwenden wir die fortschrittlichsten Stabilisierungstechniken und Implantate. Eine Versteifung heißt nicht, dass man steif wird, im Gegenteil, die allgemeine Beweglichkeit wird in den allermeisten Fällen verbessert!

Wir setzen aber auch nach Möglichkeit dynamische, d.h. (teil-) funktionserhaltende Techniken (z.B. Bandscheibenprothesen, dynamische Wirbelsäulenfixateure, Interspinöse Implantate) ein.

Schulter

Bei der subakromialen Dekompression werden knöcherne Anbauten im Bereich des Schulterdachs abgetragen und der entzündete und verdickte Schleinbeutel entfernt. Hierdurch wird der Gleitraum für die Rotatorenmanschette (Supraspinatussehne) erweitert und dem Engpasssyndrom entgegen gewirkt.

Bei Verkalkungen der Sehne werden diese zusätzlich entfernt und abgesaugt.

Die arthroskopische Arthrolyse beinhaltet das gezielte und kontrollierte Lösen von Kapselvernarbungen unter Schonung der benachbarten Sehnen.

Sehnenrisse der Rotatorenmanschette können in arthroskopischer Technik (Schlüssellochoperation) operiert werden. Dabei wird die Sehne zunächst schonend von von Vernarbungen gelöst. Anschließend werden sog. Fadenanker in den Knochen eingebracht, mit denen die Sehne wieder an den Knochen genäht wird.

Die operative Therapie der Instabilität besteht in einer Gelenkspiegelung mit Refixation der Gelenklippe (Labrum) an den Knochen.

Bei chronischen Instabilitäten mit Defekt der Gelenkpfanne ist eine Wiederherstellung des vorderen Pfannenrandes durch Anlagerung von körpereigenem Knochen erforderlich. Hierfür eignen sich, je nach individueller Konstitution des Patienten, die Transplantation eines Knochensegmentes vom Beckenkamm oder vom Rabenschnabelfortsatz des Schulterblatts (Latarjet-Operation).

Analog wird bei hinterer Schulterinstabilität vorgegangen.

Die Stabilisierung des AC-Gelenkes (Schultereckgelenk) erfolgt als Schlüssellochoperation bzw. in minimalinasiver Technik. Ziel ist dabei die Refixation des Schlüsselbeins an das Schulterblatt und die Zusammenführung der Bandstümpfe durch ein Flaschenzug-Implantat mit zwei kleinen Titanplättchen. Bei chronischen Instabilitäten wird zur Zügelung ein Sehnentransplantat verwendet.

Bei Verschleiß des Gelenkknorpels (Omarthrose) und schmerzhafter Einsteifung der Schulter erfolgt die Implantation einer "anatomischen" Schulterprothese. Hierbei wird sowohl die Oberfläche der Gelenkkugel als auch der Gelenkpfanne ersetzt. Mittlerweile erlauben schaftfreie Implantate eine individuelle Widerherstellung der anatomischen Verhältnisse und ermöglichen ein sehr schonendes Vorgehen.

Betrifft der Verschleiß des Gelenkes auch die Rotatorenmanschette (degenerativer Sehnenschaden) und steht eine aktive Bewegungeinschränkung des Armes im Vordergrund, kann durch Implantation einer inversen Schulterprothese eine zuverlässige Wiederherstellung der Beweglichkeit erreicht werden. Hierbei übernimmt das Implantat die Stabilisierungsfunktion der defekten Rotatorenmanschette.

Insbesondere nach Implantation von Schulterprothesen im Rahmen der Behandlung von Oberarmkopfbrüchen kann es sekundär zu einem Funktionsverlust kommen. Ursache ist häufig eine Insuffizienz der Rotatorenmaschette. In diesen Fällen ist ein Wechsel der Prothese auf eine inverse Schulterprothese erfolgversprechend. Die Operation kann mit modernen Implantaten ohne Wechsel des Prothesenschaftes erfolgen.

Ellenbogen

Umschriebene (lokale) Knorpelschäden am Ellenbogen kommen gehäuft im Rahmen einer Osteochdrosis dissecans oder nach höhergradigen Verletzungen (Ausrenkung, Radiuskopf-Fraktur) vor. Davon abzugrenzen sind flächige (globale) Knorpelschäden im Rahmen der Arthrose.

Bei den lokalen Knorpelschäden wird eine operative Knorpeltherapie mittels AMIC-Technik (autologe matrixinduzierte Chondrogenese) empfohlen um. Hierbei wird das Knochenmark durch feine Bohrungen stimuliert und es kommt zu einer Knorpelneubildung. Bei größeren Knorpelschäden wird zur Unterstützung des Prozesses eine Kollagen-Matrix eingebracht.

Bei flächigen Knorpelschäden kann ähnlich dem Kniegelenk eine Infiltrationstherapie mit Hyaluronsäure-Injektionen durchgeführt werden.

Die Entfernung freier Gelenkkörper ist in nahezu allen Fällen sehr schonend in arthroskopischer Technik möglich (Gelenkspiegelung). Ggf. bestehende Knorpelschäden werden während der Arthroskopie mit behandelt. Eine Ruhigstellung des Armes ist nach der Operation nicht möglich.

Die sogennante Arthrolyse wird kommt bei Gelenksteifen und hochgradigen Bewegungeinschränkungen des Ellenbogensgelenkes angewandt. Je nach Ausmaß der Bewegungseinschränkung und Gelenkbefund kann eine Arthrolyse in arthroskopischer (Gelenkspiegelung) oder minimal invasiv offener Technik durchgeführt werden. In beiden Fällen werden störende knöcherne Anbauten abgetragen und die Verklebungen und Vernarbungen der Gelenkkapsel kontrolliert gelöst. Der Klinikaufenthalt beträgt ca. 3-5 Tage.

Bei eindeutiger Seitenbandverletzung wird eine Bandplastik des betroffenen Seitenbandes angeraten. Hierfür wird ein Sehnentransplantat verwandt. Vor der eigentlichen Bandplastik erfolgt eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) zur Behandlung bzw. zum Ausschluss von Begleitverletzungen.

Bei frischen Verletzungen ist anstelle der Bandplastik eine Bandnaht möglich. Postoperativ wird der operierte Arm in einer Orthese entlastet. Hieraus wird der erlaubte Bewegungsradius des Armes sukzessive freigegeben. Die Nachbehandlung folgt einem individuellen Nachbehandlungsplan.

Die operative Refixation der Bizepssehne sollte bei Sehnenrissen möglichst zeitnah durchgeführt werde. Die Operation wird in minimalinvasiver Technik durchgeführt. Bei chronischen Verletzungen und starker Retraktion des Sehnenstumpfes kann die Sehne mittels überbrückendem Sehnentransplantat wieder an den Knochen fixiert werden.

Die Nachbehandlung erfordert eine kurzzeitige Ruhigstellung des Ellenbogens. Anschließend werden das Bewegungsausmaß und die Belastung nach einem individuellen Nachbehandlungsschema gesteigert. Die vollständige Ausheilungsdauer beträgt 3 Monate.

Bei fortgeschrittener Arthrose oder knöcherner Deformierung der Gelenkflächen aufgrund von Rheuma oder nach Frakturen wird die Implantation einer Ellenbogengelenksprothese empfohlen. Durch die Operation kann der Leidensdruck der Patienten deutlich gelindert und die Beweglichkeit des Gelenkes weitgehend wieder hergestellt werden.

Allerdings muss dauerhaft eine gewisse Schonung des Armes für Hebebelastungen akzeptiert werden. Die Nachbehandlung nach Implantation einer Ellenbogengelenksprothese erfolgt mit einer temporären Ruhigstellung und einem Klinikaufenthalt von ca. 5-7 Tagen.

Knie

Jegliche operative Behandlung einer Meniskusverletzung wird von uns in arthroskopischer Technik vorgenommen (Schlüssellochoperation). Traumatische und akute Meniskusrisse werden in den allermeisten Fällen mittels Meniskusnaht behandelt.

Die operative Versorgung sollte zeitnah erfolgen, um die Menikussubstanz zu erhalten und eine Gelenkblockade aufzulösen. Bei degenerativen Meniskusläsionen entscheiden der Leidendruck und die Art der Meniskusschädigung über die Vorgehensweise. Führt der Meniskusschaden zu Einklemmungen oder reproduzierbaren Schmerzen, wird eine Entfernung des abgerissenen Meniskusanteils empfohlen. Auch diese wird im Rahmen einer Gelenkspiegelung durchgeführt.

Bei akuter Kreuzbandverletzung in Kombination mit einer Menikusverletzung wird ein operativer Ersatz mittels Kreuzbandplastik empfohlen. Die sog. Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes erfolgt unter Verwendung einer Sehne aus der Kniekehle (Semitendinosus-Sehne). Die Operation erfolgt als Schlüssellochoperation, so dass die Behandlung einer Meniskusverletzung in gleicher Sitzung erfolgt.

In bestimmten Konstellationen (Rezidiv-Verletzung) macht die Verwendung einer Sehnenplastik aus der Kniestrecksehne (Quadrizepssehne) Sinn, um eine maximale Stabilität zu erhalten.

Die Stabilisierung der Kniescheibe erfolgt durch eine arthroskopisch gestützte Ersatzplastik des inneren Zügelbandes (MPFL, mediales patellofemorales Band). Zur Rekonstruktion dieses Bandes wird ähnlich einer Kreuzbandoperation eine Sehne aus der Kniekehle verwandt (Gracilissehne). Die Nachbehandlung beinhaltet eine temporäre Entlastung des Kniegelenkes in einer Orthese/Bandage.

Lokale (umschriebene) Knorpelschäden können mit guten Ergebnissen operativ behandelt werden. Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer Knie-Arthroskopie (Schlüssellochoperation) mittels Säuberung des Knorpeldefektes und Knorpeltherapie.

Hierbei wird das Knochenmark im verletzten Areal durch gezielte Bohrungen stimuliert, so dass Stammzellen in die Defektzone einsprossen und ein Ersatzknorpelgewebe bilden. Überaschreitet der Schaden eine kritische Größe, kann eine autologe Knorpelzelltransplantation (ACT) oder die Unterstützung der Heilung durch Biomaterialien (AMIC, autologe matrixinduzierte Chondrogenese) angewandt werden.

Die Korrektur der Beinachse erfolgt in der Regel kniegelenksnah entweder am Oberschenkelknochen beim X-Bein oder am Schienbeinknochen beim O-Bein. In der Regel geht der Korrektur der Beinachse innerhalb der gleichen OP eine Arthroskopie des Kniegelenkes mit Abschätzung des Knorpelschadens und ggf. Knorpeltherapie voraus.

Die Nachbehandlung nach Beinachsenkorrektur erfolgt mit teilweiser Entlastung an Gehstützen über insgesamt 6 Wochen. Der Klinikaufenthalt beträgt ca. 5 Tage.