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FÜR IHRE SCHULTER

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Schulter- und Kniechirurgie, Sporttraumatologie

Prof. Dr. med. Mathias Wellmann

 

Zertifizierter Arthroskopeur (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie), AGA-Instruktor
Zertifizierter Schulter- und Ellenbogenchirurg (Deutsche Gesellschaft für Schulter- und Ellenbogenchirurgie)

Facharzt für Chirurgie

Dr. med. Werner Koithan

 

Spezialist für Schultererkrankungen und -Operationen, Diplom Osteopath (D. O. DAAO), FDM Therapeut, Diplom Applied Kinesiology

Das "Impingement"-Syndrom (engl. Anschlagen) bezeichnet ein schmerzhaftes Engpass-Syndrom der Schultersehnen (Rotatorenmanschette) unter dem Schulterdach (Acromion). Die Rotatorenmanschette wird bei Abspreizung des Armes unter dem Schulterdach eingeklemmt.

Ursache des Impingements können Ablagerungen oder knöcherne Anbauten sein. Daneben erhöht auch eine angeborene ungünstige Formgebung des Schulterdachs das Risiko, ein Impingementsydrom zu entwickeln. Bei jungen Patienten ist das Engpasssyndrom häufig durch eine Fehlstellung des Schulterblatts aufgrund muskulärer Dysbalancen bedingt.

Symptome

Zunehmende Schmerzen beim Abspreizen des Armes zur Seite und bei Überkopftätigkeiten. Gelegentlich werden die Schmerzen bei Fortführung der Abspreizbewegung über den kritischen Bereich hinaus wieder besser.

Ähnliche Symptome zeigen auch eine Kalkschulter, das Anfangsstadium einer Schultersteife (frozen shoulder) und ein degenerativer Riss der Rotatorenmanschette (Supraspinatussehne). Bei Sportlern kommen neben der klassischen Form des subakromialen Impingements auch Formen des gelenkseitigen Impingements vor. Diese verursachen primär Symptome im Bereich der langen Bizepssehne, die separat diagnostiziert und behandelt werden sollten.

Diagnose

Die Diagnose wird über eine gezielte körperliche Untersuchung gestellt. Zur Beurteilung des Schweregrades und zur Abklärung von Begleitverletzungen der Rotatorenmanschette ist in vielen Fällen die Durchführung einer Kernspintomographie (MRT) sinnvoll.
 

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Therapie

Für den Fall, dass das Impingement-Syndrom funktionell, d.h. durch muskuläre Dysbalancen verursacht ist, erfolgt die Behandlung mittels gezielter Physiotherapie. Des Weiteren haben sich rumpfstabilisierende und -aufrichtende Übungen als effektiv erwiesen.

Liegen bereits strukturelle Schäden (knöcherne Ablagerungen) vor, können diese mit Hilfe einer Schlüssellochoperation (subakromiale Dekompression) abgetragen werden. Wenn notwendig, werden bereits bestehende Sehnenschäden der Rotatorenmanschette in gleicher Sitzung mitbehandelt.

Nachbehandlung

Die Rehabilitation nach einer OP dauert in etwa 6-8 Wochen, in denen eine ambulante physiotherapeutische Behandlung erfolgt. Eine komplette Ruhigstellung des Armes nach der OP ist im Regelfall nicht notwendig. Die Arbeitsunfähigkeit für z.B. Bürotätigkeiten beträgt nach der OP ca. 1-2 Wochen.

Das Acromioklaviculargelenk (Abk. AC-Gelenk) bezeichnet die Verbindung des Schlüsselbeins (Clavicula) mit dem Schulterdach (Acromion). Das AC-Gelenk stellt somit gewissermaßen "die Aufhängung" des Armes dar. Als Besonderheit weist das AC-Gelenk eine sehr kleine Gelenkfläche auf und ist damit besonders anfällig für einen frühzeitigen Verschleiß des Gelenkknorpels, welcher als AC-Gelenksarthrose bezeichnet wird.

Frühzeitig betroffen sind Patienten mit armbelastender Tätigkeit und Kraftsportler.

Symptome

Die Symptome bestehen in einem lokalen Schmerz über dem oberen Schulteraspekt, der häufig in die Nackenregion ausstrahlt. Typisch ist die Schmerzauslösung durch Belastung der Schulter oder beim Liegen auf der betroffenen Seite. Schmerzhaft sind insbesondere das Übergreifen zur Gegenseite und die endgradige Abspreizung des Armes.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose wird durch eine gezielte körperliche Untersuchung gestellt. Der Schweregrad der Arthrose und die operative Behandlungsbedürftigkeit werden per MRT-Untersuchung ermittelt.
 

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Therapie

Bei geringem Schweregrad und jungen Patienten kann eine Reduktion der körperlichen Belastung, gepaart mit einer Injektionsbehandlung, die Symptome effektiv lindern. In fortgeschrittenem Stadium mit vollständigem Aufbrauch des Gelenkknorpels sollte durch eine Gelenkspiegelung eine Ausfräsung(Sanierung) des Gelenkes mit Wiederherstellung eines Gelenkspaltes erfolgen. Die Arthroskopie bietet hierbei den Vorteil, dass die wichtigen Anteile der Gelenkkapsel bei der Operation nicht verletzt werden.

Nachbehandlung

Die Rehabilitation nach einer OP dauert in etwa 6-8 Wochen, in denen eine ambulante physiotherapeutische Behandlung erfolgt. Die Sportfähigkeit für Kraftsport ist nach ca. 3-4 Monaten wieder erreicht. Eine komplette Ruhigstellung des Armes nach der OP ist im Regelfall nicht notwendig. Die Arbeitsunfähigkeit für z.B. Bürotätigkeiten beträgt nach der OP ca. 1-2 Wochen.

Die sogennante Rotatorenmanschette umfasst die Sehnen der Schulter, die einen Großteil der Armbeweglichkeit ermöglichen. Diese Sehnen umschließen die Gelenkkugel und tragen somit auch wesentlich zur Stabilität des Gelenkes bei. Die Rotatorenmanschette besteht aus insgesamt 4 Sehnen. Am häufigsten von Verletzungen betroffen ist dabei die Supraspinatussehne. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen unfallbedingten und degenerativ bedingten Sehnenrupturen. Daneben sind auch Verletzungen bekannt, bei denen die Sehne auf dem Boden einer chronischen Vorschädigung durch ein Bagatelltrauma reißt ("akut auf chronisch").

Symptomatik

Die unfallbedingte Rotatorenmanschettenruptur zeichnet sich durch ein akutes Schmerzereignis gepaart mit einer anfänglichen Bewegungsunfähigkeit des Armes aus. Bei degenerativen Sehnenrissen besteht das Beschwerdebild eher in einem chronischen Schulterschmerz, der sich schleichend verstärkt und ggf. in einem Kraftverlust und einer Abnahme des Bewegungsumfangs mündet. Je nachdem, welche Sehne verletzt ist, kann die Abspreizung des Armes weiter möglich sein und die Einschränkung eher die Innen- oder Außendrehung des Armes betreffen.

Diagnose

Entscheidend für eine effektive Therapie ist die frühzeitige Diagnose der Verletzung. Dies gilt insbesondere für unfallbedingte Rotatorenmanschettenverletzungen.

Bei jeglichem Schultertrauma, welches eine anhaltende Schmerzsymptomatik und/oder Einschränkung der Schulterbeweglichkeit nach sich zieht, sollte eine klinische Untersuchung der betroffenen Schulter erfolgen. Ergibt sich hierbei der Verdacht auf eine Sehnenverletzung, sollte dieser per MRT oder Sonographie abgeklärt werden. Ein rein abwartendes Vorgehen ohne vorherigen Ausschluss einer Sehnenverletzung sollte nicht erfolgen um eine "Chronifizierung" des Sehnenschadens zu vermeiden.

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Therapie

Wird eine Rotatoremanschettenruptur rechtzeitig diagnostiziert, besteht die Therapie im Normalfall in einer Refixation der Sehnen an den Knochen. Dieser Eingriff erfolgt arthroskopisch, d.h. mittels Schlüssellochoperation. Nur durch eine Einheilung der Sehne, kann eine vollständige Wiederherstellung der Schulterfunktion erreicht werden. Bei verschleppten Sehnenrissen kommt es dagegen zu einem zunehmenden Rückzug der Sehne, einer Verkümmerung der Muskels und einer Verkürzung des Sehnenstumpfes. In solchen Fällen ist es unter Umständen notwendig, Alternativverfahren, wie die Transplantation von Sehnengewebe, vorzunehmen.

Eine abwartende Behandlung ist bei Vorliegen einer Rotatorenmanschettenruptur die Ausnahme und wird primär bei Patienten mit unvollständigen Sehnenrissen und geringer Symptomatik empfohlen.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung einer Rotatorenmanschettennaht beinhaltet eine ca. 4-wöchige Entlastung des Armes auf einem über dem Kleidung zu tragendem Schulterkissen. Während dieser Phase wird der Arm während der Physiotherapie nur leicht bewegt.

Anschließend wird das Bewegungsausmaß sukzessive gesteigert. Die vollständige Rehabilitation umfasst ca. 3-4 Monate, für Überkopfsportarten bis zu 6 Monate.

Zur Ausrenkung der Schulter kommt es typischerweise im Rahmen eines Unfalls oder einer Sportverletzung. Seltener kann eine Schulterluxation bei anlagebedingter Instabilitätsneigung auch bei Alltagsbewegungen auftreten.

Eine Erstluxation der Schulter sollte immer ärztlich untersucht werden. In nahezu allen Fällen kommt es durch die Luxation zu einem Abriss der Gelenklippe von der Gelenkpfanne. Ist eine Schulter bereits mehrfach ausgerenkt gewesen, spricht man von einer chronischen Instabilität. Im häufigsten ist eine Luxation der Gelenkkugel nach vorne vor, es kommen aber auch hintere Instabilitäten vor. In sehr seltenen Fällen kann die Schulter auch in mehrere Richtungen instabil sein (multidirektionale Instabilität).

Symptomatik

Die Erstluxation der Schulter wird nahezu immer vom Patienten als solche wahrgenommen und als sehr schmerzhaft empfunden. Die Einrenkung wird beim Erstereignis meist in einer Klinik durchgeführt. Nach mehrfachen Rezidivluxationen gelingt das Einrenken häufig spontan. Die Instabilitätssymptomatik zeigt sich primär bei abgespreiztem und nach hinten gedrehtem Arm.

Diagnose

Die Diagnose ist durch Befragung des Patienten relativ eindeutig zu erheben. Die folgende Diagnostik zielt primär auf die Abschätzung des durch die Luxation erlittenen Weichteil- und Knochenschadens. Hierfür ist eine MRT-Untersuchung erforderlich. Die typische Verletzung besteht in einer Abscherung der Gelenklippe und der Gelenkkapsel vom vorderen Anteil der  Gelenkpfanne (Bankart-Läsion).
 

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Bei chronischen Instabilitäten steigt die Gefahr einer knöchernen Verletzung der Gelenkpfanne. Ein Defekt der Gelenkpfanne sollte daher mittels Röntgen oder CT-Untersuchung ausgeschlossen werden.

Therapie

Kommt es nach einer erstmaligen Ausrenkung der Schulter nicht zu einer stabilen Ausheilung des Gelenkes, sollte eine Operation erwogen werden. Insbesondere bei jungen und sportlich aktiven Patienten ist sonst das Risiko einer Rezidivluxation sehr hoch (ca. 90%). Mit jeder erlittenen Rezidivluxation steigt zudem das Risiko frühzeitiger Knorpelschäden, die unbedingt vermieden werden sollten.

Die operative Therapie der Instabilität besteht in einer Gelenkspiegelung mit Refixation der Gelenklippe an den Knochen.

Bei chronischen Instabilitäten mit Defekt der Gelenkpfanne ist eine Wiederherstellung des vorderen Pfannenrandes durch Anlagerung von körpereigenem Knochen erforderlich. Hierfür eignen sich, je nach individueller Konstitution des Patienten, die Transplantation eines Knochensegmentes vom Beckenkamm oder vom Rabenschnabelfortsatz des Schulterblatts (Latarjet-Operation).

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach Schulterstabilisierung beinhaltet eine ca. 3-wöchige Entlastung des Armes auf einem über der Kleidung zu tragendem Schulterkissen. Darüberhinaus wird das Schulterkissen für weitere 3 Wochen zur Nacht getragen.

Während dieser Phase wird der Arm während der Physiotherapie nur leicht bewegt.

Anschließend wird das Bewegungsausmaß sukzessive gesteigert. Die vollständige Rehabilitation umfasst ca. 3 Monate, für Überkopfsportarten 5-6 Monate. Die Dauer der Krankschreibung nach der Operation hängt von der beruflichen Tätigkeit ab. Bei Bürotätigkeit beträgt sie 2-4 Wochen, bei handwerklichen Tätigkeiten ca. 3 Monate.

Symptomatik

Die Symptomatik einer hinteren Schulterinstabilität ist häufig nicht ganz eindeutig. Hier überwiegt der Anteil der nicht unfallbedingten Instabilitäten. Die Patienten klagen typischerweise über eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter und ein Schnappen des Gelenkes bei bestimmten Bewegungen. In einigen Fällen kann das Ausrenken der Schulter auch vom Patienten provoziert werden.

Diagnose

Für die Diagnostik der hinteren Schulterinstabilität ist eine ausführliche körperliche Untersuchung entscheidend, da die Patienten in vielen Fällen keine vollständige Ausrenkung erlitten haben. Die Verletzungen der Gelenklippe und der Gelenkkapsel sind im Vergleich zur vorderen Instabilität schwieriger zu erkennen. In einigen Fällen ist ein MRT der Schulter nach vorheriger Kontrastmittelgabe erforderlich.
 

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Therapie

Die Therapie der hinteren Instabilität richtet sich nach dem Untersuchungs- und MRT-Befund des Patienten. Bei muskulär bedingter Instabilität ohne wirklichen Gelenkschaden besteht die Therapie in gezielter Physiotherapie in Kombination mit einer speziellen Form der Elektrotherapie (Schulter-Schrittmacher).

Liegt jedoch, bedingt durch einen Unfall oder durch vielfaches Ausrenken, ein Schaden der Gelenklippe oder der Gelenkpfanne vor, wird eine Stabilisierung mittels Schlüssellochoperation durchgeführt.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach Schulterstabilisierung beinhaltet eine ca. 3-wöchige Entlastung des Armes auf einem über der Kleidung zu tragendem Schulterkissen. Darüberhinaus wird das Schulterkissen für weitere 3 Wochen zur Nacht getragen.

Während dieser Phase wird der Arm während der Physiotherapie nur leicht bewegt.

Anschließend wird das Bewegungsausmaß sukzessive gesteigert. Die vollständige Rehabilitation umfasst ca. 3 Monate, für Überkopfsportarten 5-6 Monate.

Die multidirektionale Instabilität bezeichnet ein Ausrenken der Schulter in mindestens zwei Richtungen. Diese Form der Schulterinstabilität tritt häufig anlagebedingt und ohne Unfallereignis auf. In vielen Fällen sind beide Schultern betroffen.

Diagnostik und Therapie richten sich sehr nach der Ausprägung und Beschwerdesymptomatik des einzelnen Patienten. Ist eine Stabilisierung der Schulter durch Muskelaufbau im Rahmen der  Krankengymnastik nicht erfolgreich, kann eine arthroskopische Raffung der Gelenkkapsel erwogen werden.

Die Omarthrose bezeichnet die altersbedingte Abnutzung des Gelenkknorpels an der Schulter. Sie kann vorzeitig bei besonders hoher Beanspruchung des Gelenkes (z.B. Kraftsportler) und nach vorausgegangenen Schulterverletzungen (z.B. Luxation) auftreten.

Symptomatik

Eine Omarthrose macht sich anfänglich durch Belastungsschmerzen bemerkbar. Mit zunehmendem Schweregrad treten auch Ruhe- und Nachtschmerzen auf. Durch die Vernarbung der Gelenkkapsel nimmt die Beweglichkeit der Schulter sukzessive ab.

Diagnostik

Die Diagnose einer Schulterarthrose lässt sich durch eine gezielte körperliche Untersuchung und das Anfertigen von Röntgenbildern meist eindeutig stellen. Im Anfangsstadium der Arthrose gelingt der Nachweis mittels MRT. Ein MRT ist darüberhinaus sinnvoll, um bei vorliegender Arthrose die Beschaffenheit der Schultersehnen (Rotatorenmanschette) abzuschätzen.
 

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Therapie

Sind Schmerzen und Bewegungseinschränkung im Alltag nicht mehr tolerabel, wird die Implantation einer Schulterprothese empfohlen. Bei intakter Rotatorenmanschette kann dieser Eingriff minimal invasiv durch Einsetzen eines Oberflächenersatzes (schaftfreier Kalottenersatz) erfolgen. Hierbei wird sowohl die Oberfläche der Gelenkkugel als auch der Gelenkpfanne (Totalendoprothese: TEP) erneuert. Gleichzeitig werden Vernarbungen der Gelenkkapsel gelöst und das Gelenk somit wieder beweglich gemacht.

Nachbehandlung

Der Klinikaufenthalt bei anatomischem Oberflächenersatz beträgt typischerweise 5 Tage. Die Nachbehandlung beinhaltet eine insgesamt 4-wöchige Ruhigstellung des Armes auf einem Abduktionskissen. Anschließend wird das Bewegungsausmaß aktiv freigegeben und sukzessive gesteigert. Die vollständige Einheilung umfasst ca. 3 Monate.

Ist ein Oberarmkopfbruch bereits durch eine Operation oder mittels Ruhigstellung des Armes versorgt worden, kann sich im Heilungsverlauf dennoch eine Funktionseinschränkung ausbilden.

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Funktion der Rotatorenmanschette durch den Bruch eingeschränkt ist oder es zu einer "Fehlverheilung" der Knochenfragmente gekommen ist. Auch Verklebungen der Gelenkkapsel können zu einer schmerzhaften Einschränkung der Gelenkfunktion führen.

Symptomatik

Frakturfolgezustände zeichnen sich typischerweise dadurch aus, dass auch nach absolvierter Bruchbehandlung keine ausreichende Entwicklung der Schulterfunktion zu verzeichnen ist. Der Funktionsverlust kann schmerzarm aber auch sehr schmerzhaft sein. Typisch ist das Ausbleiben einer Besserung trotz intensiver krankengymnastischer Behandlung. In vielen Fällen erbringt auch die alleinige Entfernung des eingebrachten Fremdmaterials (Knochenplatte, Marknagel) nicht den gewünschten Erfolg.

Diagnostik

Neben der ausführlichen körperlichen Untersuchung wird insbesondere der Heilungszustand der Oberarmkopffraktur beurteilt. Dies gelingt am Besten per Computertomographie (CT). Sind andere Ursachen einer Heilungsverzögerung, wie z.B. eine Entzündung, ausgeschlossen, muss nachvollzogen werden, ob die Symptomatik weichteilig oder knöchern bedingt ist.

Therapie

Wird eine Vernarbung der Gelenkkapsel als Ursache der Symptomatik identifiziert,  kann das Problem durch eine Gelenkspiegelung mit Lösung der kapsulären Verklebungen (Arthrolyse) und ggf. Entfernung des Fremdmaterials behoben werden.

Besteht die Ursache in einer knöchernen Fehlverheilung und sind bereits mehrere Voroperationen durchgeführt worden, so wird die Implantation einer inversen Schulterprothese zur Wiederherstellung der Schulterfunktion empfohlen.

Nachbehandlung

Nach dem arthroskopischen Lösen von Verklebungen (Arthrolyse) beträgt der Klinikaufenthalt ca. 3-5 Tage und dient dem intensiven kankengymastischen Training der Schulterbeweglichkeit. Eine Ruhigstellung des Armes ist nicht erforderlich.

Der Klinikaufenthalt nach Implantation einer inversen Schulterprothese beträgt ca. 5-7 Tage. Zur Nacht wird der Arm in einem sog. Abduktionskissen ruhigstellt. Hieraus werden bereits am 1. Tag nach der OP Bewegungsübungen durchgeführt. Die ambulante Nachbehandlung erstreckt sich über ca. 3 Monate.

Insbesondere nach Implantation von Schulterprothesen im Rahmen der Behandlung von Oberarmkopfbrüchen kann es sekundär zu einem Funktionsverlust kommen. Ursache ist eine Insuffizienz der Rotatorenmaschette.

Symptomatik:

Nach Implantation einer sog. Frakturprothese oder nach Implantation einer sog. Hemiprothese (isolierter Ersatz der Gelenkkugel) kommt es entweder nicht zur gewünschten Entwicklung der Schulterfunktion oder die Beweglichkeit nimmt nach einem beschwerdefreien Intervall wieder ab. Entwickelt sich ein "Hochstand" des Implantates ist der Funktionsverlust häufig mit Schmerzen vergesellschaftet.

Diagnostik:

Die Untersuchung umfasst zunächst die Funktionsfähigkeit der Schulter im Hinblick auf die aktive Beweglichkeit und die Kraftentwicklung. Der Funktionszustand wird dann im Bezug auf die seit der Implantation der Prothese vergangene Zeit gewichtet.

Entscheidend für die weitere Behandlung ist die Beurteilung der Rotatorenmanschette. Lässt sich hier durch Röntgen- und/oder CT-Bildgebung ein Funktionsverlust nachweisen, sollte ein Prothesenwechsel angedacht werden. Im Vorfeld werden immer eine Lockerung der Prothesenkomponenten und eine Infektion ausgeschlossen.

Therapie:

Ein abwartendes Vorgehen empfiehlt sich nur, wenn die Funktion der Rotatorenmanschette eindeutig erhalten und ein "positiver Trend" unter fortwährender Beübung zu verzeichnen ist. In allen anderen Fällen empfiehlt sich zur Wiederherstellung der Schulterfunktion der Wechsel auf eine inverse Schulterprothese. Bei Verdacht auf eine Infektion der einliegenden Prothese erfolgt die operative Behandlung in zwei Sitzungen im Abstand von ca. 6-8 Wochen.

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung nach einer Prothesenwechseloperation entspricht im Normalfall der Behandlung nach Primärimplantation einer Schulterendoprothese. In einigen Fällen ist die Ruhigstellung zu Schaffung stabiler Wundverhältnisse etwas verlängert.

Zu einer Verletzung des AC-Gelenkes (Acromioclaviculargelenkes) kommt es durch einen Sturz auf den betroffenen Arm oder auf die betroffene Schulter. Ursächlich ist eine Verletzung der Bandverbindungen zwischen dem Schlüsselbein und dem Schulterblatt, so dass eine "Hochstand" des Schlüsselbeins bemerkt wird.

Symptomatik:

Bei akuten Verletzungen ist der Hochstand des Schlüsselbeins schmerzhaft und führt zu einer Schonhaltung. Bei länger zurückliegenden Verletzungen (chronisch) stehen neben dem Hochstand des Schlüsselbeins Belastungsschmerzen der Schulter im Vordergrund.

Diagnostik:

Die Diagnostik dient der Ermittlung des Schweregrades der Verletzung. Hierfür ist neben der körperlichen Untersuchung die Anfertigung spezieller Röntgenaufnahmen erforderlich.

Therapie:

Bei höhergradigen Verletzungen und chronischen Verletzungen, die unter abwartendem Vorgehen nicht zur Ausheilung gekommen sind, ist eine operative Stabilisierung angeraten. Diese erfolgt als Schlüssellochoperation bzw. in minimalinasiver Technik. Ziel ist dabei die Refixation des Schlüsselbeins an das Schulterblatt und die Zusammenführung der Bandstümpfe.

Nachbehandlung:

Da das AC-Gelenk die "Achse" der Schulter bildet und auch bei geringen Bewegungen belastet wird, ist nach einer Stabilisierung eine ca. 4-6 wöchige Ruhigstellung des Arms erforderlich. Der Klinikaufenthalt beträgt 2-3 Tage.

Die Schultersteife oder "frozen shoulder" (engl. eingefrorene Schulter) bezeichnet eine spontan auftretende schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes. Ursache ist eine Entzündung der Gelenkkapsel. Eine Schultersteife kann seltener auch nach einer Schulteroperation oder einer Verletzung der Schulter auftreten (sekundäre Schultersteife).

Symptomatik:

Die Beschwerden beginnen mit einer spontan auftretenden Schmerzhaftigkeit der Schulter. Die Schmerzen nehmen bei Bewegungen zu, da die entzündete Gelenkkapsel hierbei gereizt wird. Typisch ist eine Bewegungseinschränkung in allen Bewegungsrichtungen. Im Verlauf kommt es durch die Vernarbung der Gelenkkapsel zu einer noch stärkeren Einschränkung der Beweglichkeit. Häufig klingen die Schmerzen in dieser Phase wieder ab.

Diagnostik:

Die Diagnose wird durch eine gezielte körperliche Untersuchung des Patienten gestellt. Insbesondere die Abgrenzung der Erkrankung zu einem Impingement-Syndrom ist entscheidend für die richtige Therapie.

Therapie:

Die Therapie erfolgt stadiengerecht und richtet sich nach dem Zeitpunkt der Diagnose.

In der entzündlichen und schmerzhaften Phase der Erkrankung ist die medikamentöse Therapie bei einer Vielzahl der Patienten erfolgreich. Hierbei erfolgt die Einnahme oder Injektion eines Entzündungshemmers (Cortison-Präparat). Mit Einsetzen der Schmerzlinderung wird dann eine vorsichtige krankengymnastische Beübung der Schulter vorgenommen. Ist bereits eine irreversible Vernarbung der Gelenkkapsel eingetreten, wird eine arthroskopische Lösung der Vernarbungen (Arthrolyse) empfohlen.

Nachbehandlung:

Bei medikamentöser Therapie der "frozen shoulder" wird eine Kontrolluntersuchung ca. 6 Wochen nach Beginn der Behandlung durchgeführt. Bei erfolgreicher Behandlung sollte sich hier bereits eine deutliche Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit zeigen.

Nach dem arthroskopischen Lösen von Verklebungen (Arthrolyse) beträgt der Klinikaufenthalt ca. 3-4 Tage und dient dem intensiven krankengymnastischen Training der Schulterbeweglichkeit. Eine Ruhigstellung des Armes ist nicht erforderlich.

Bei der Kalkschulter kommt es zu einer Einlagerung von kalkähnlicher Substanz in die Sehnen der Rotatorenmanschette. Dies führt zu einer Schwellung und schmerzhaften Reizung des Sehnen- und Schleimbeutelgewebes.  Am häufigsten betroffen ist die Supraspinatussehne. Typisch ist die Erkrankung bei Frauen in mittlerem Lebensalter.

Symptomatik

Die Bandbreite der Beschwerden ist weit und reicht von chronischen Schulterschmerzen bis zu einer spontan einsetzenden ausgeprägten Schmerzhaftigkeit der Schulter mit massiver Bewegungseinschränkung. Typisch ist auch ein Nachtschmerz.

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt am sichersten durch das Anfertigen von Röntgenbildern.

Dabei werden die Lage und die Ausdehnung des/der Kalkdepots bestimmt.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Beschaffenheit der Verkalkungen im Röntgenbild. Bei großen Kalkdepots und einer hohen Kalkdichte ist eine spontane Resorption langwierig und nicht sicher vorhersagbar. In diesen Fällen wird eine schonende Entfernung der Kalksubstanz und des entzündeten Schleimbeutels per Schlüssellochoperation empfohlen.

Bei kleinen Kalkdepots und geringer Kalkdichte eignet sich die Anwendung von extrakorporaler Stoßwellentherapie zur Unterstützung der Kalkauflösung.

Nachbehandlung

Nach einer arthroskopischen Kalkentfernung ist keine Ruhigstellung erforderlich. Um die Heilung der Sehne zu unterstützen, sollten starke Belastungen der Schulter (Kraftsport, schweres Heben) für ca. 6 Wochen vermieden werden.

Da die lange Bizepssehne durch das Schultergelenk verläuft, ist sie anfällig für Verletzungen. Diese treten im entweder im Bereich der Sehnenverankerung an der Gelenkpfanne (SLAP-Läsion) oder bei Durchtritt der Sehne durch die Gelenkkapsel auf (Pulley-Läsion). Ursächlich können sowohl chronische Belastungen als auch Unfälle sein.

Symptomatik

Typisch ist eine vorderer Schulterschmerz oder eine Schmerz in der Tiefe der Schulter, der bei Belastungen des Bizeps ausgelöst wird. Häufig sind dies endgradige Bewegungen oder Bewegungen gegen Widerstand. Bei Instabilität der Bizepssehne kommt es zum Gefühl eines "Überspringens".

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt durch die Kombination aus gezielter klinischer Untersuchung und MRT-Bildgebung.
 

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Therapie

Bei Nachweis einer strukturellen Verletzung der langen Bizepssehne besteht die Therapie in einer Refixation der Sehne (Bizeps-Tenodese) oder einer Refixation des Sehnenansatzes (SLAP-Refixation) per Schlüssellochoperation.

Nachbehandlung

Bizepsbelastungen müssen während der postoperativen Heilungsphase für ca. 6 Wochen vermieden werden. Eine Ruhigstellung des Armes ist dagegen nicht erforderlich.